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Neue Rebsorten, die gegen den Klimawandel resistent sind

Kategorien : Rund um den Wein
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Neue Rebsorten, die gegen den Klimawandel resistent sind

Die globale Erwärmung verändert die Welt des Weinbaus grundlegend. Steigende Temperaturen, Dürren, extreme Wetterphänomene: Die traditionellen Terroirs werden auf die Probe gestellt und mit ihnen die symbolträchtigen Rebsorten, die Jahrhunderte der Weinkultur geprägt haben. Angesichts dieser Herausforderungen orientieren sich die Forschung und die Winzer an widerstandsfähigeren Rebsorten, die in der Lage sind, sich an immer anspruchsvollere Bedingungen anzupassen. Hier ein Überblick über die neuen Rebsorten der Zukunft und ihre Rolle bei der Erhaltung der Weinqualität.


1. Warum sollten die Rebsorten angepasst werden?

Der Klimawandel führt zu :

  • Eine immer frühere Weinlese,

  • Einen Anstieg des Alkoholgehalts der Weine,

  • Einen Rückgang des natürlichen Säuregehalts,

  • Sich verändernde Krankheiten der Weinrebe,

  • Eine zunehmende Wasserknappheit in einigen Regionen.

Diese Auswirkungen können die Aromaprofile aus dem Gleichgewicht bringen, die Reifungszyklen verkürzen und einige traditionelle Rebsorten weniger lebensfähig machen.


2. Forschungsansätze: Kreation und Selektion

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, werden heute zwei große Ansätze verfolgt:

a. Wiederentdeckte alte Rebsorten

Einige in Vergessenheit geratene autochthone Rebsorten, die oftmals winterhart sind, treten dank ihrer natürlichen Widerstandsfähigkeit gegen Hitze und Trockenheit wieder in den Vordergrund.

Beispiele:

  • Der Castets (Südwesten),

  • Le Perricone (Sizilien),

  • Le Terret (Languedoc).

b. Hybride oder resistente Rebsorten (PIWI)

Diese von Forschungsinstituten entwickelten Rebsorten entstehen durch Kreuzungen zwischen Vitis vinifera (europäische Weinrebe) und resistenteren Sorten.

Vorteile:

  • Bessere Resistenz gegen Pilzkrankheiten (Falscher Mehltau, Echter Mehltau),

  • Bessere Toleranz gegenüber Trockenheit,

  • Langsamere und allmähliche Reifung.

Beispiele:

  • Floréal, Artaban (Frankreich),

  • Sauvignac, Cabernet Eidos, Satin noir (Deutschland und Schweiz),

  • Calardis blanc (Weißer Calardis), der in der biodynamischen Landwirtschaft verwendet wird.


3. Regulatorische Initiativen: Fallbeispiel Bordeaux

Seit 2021 erlaubt die AOC Bordeaux 6 neue experimentelle Rebsorten im Rahmen einer Klimaanpassung. Dazu gehören:

  • Rotweine: Arinarnoa, Castets, Marselan, Touriga Nacional,

  • Weiße: Alvarinho, Liliorila.

Diese Rebsorten dürfen noch nicht auf den Etiketten erscheinen, aber sie werden in kleinen Anteilen (bis zu 10 %) in die Mischungen aufgenommen. Das Ziel: die Typizität der Weine zu erhalten und gleichzeitig die Bedingungen von morgen vorwegzunehmen.


4. Welche sensorischen Profile sind zu erwarten?

Im Gegensatz zu manchen weit verbreiteten Vorstellungen bringen resistente Rebsorten keine "technischen" oder standardisierten Weine hervor. Sie können ganz neue aromatische Profile bieten, die oft durch :

  • Eine frischere Säure,

  • Intensive Blumen- oder Zitrusaromen bei Weißweinen,

  • Noten von schwarzen Früchten und Gewürzen bei den Rotweinen.

Einige resistente Rebsorten bringen sogar Weine hervor, die sich zum Altern eignen, wie der Cabernet Jura oder derArtaban, deren Tanninstruktur mit der klassischer Rebsorten konkurriert.


5. Welche Zukunft haben diese Rebsorten?

Diese Rebsorten sind nicht dazu da, die historischen Sorten systematisch zu ersetzen, sondern um :

  • Eine wertvolle genetische Vielfalt einzubringen,

  • Eine nachhaltige Lösung angesichts des Einsatzes von Pflanzenschutzmittelnanzubieten,

  • Die regionale Typizität zu bewahren und gleichzeitig die Anbaumethoden anzupassen.

Ihre Einführung erfolgt schrittweise, unter bestimmten Rahmenbedingungen und in Abhängigkeit von sensorischen, agronomischen und ökologischen Tests.


Schlussfolgerung

Resistente Rebsorten stellen eine konkrete und durchdachte Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels dar. Auch wenn sie nicht die einzige Lösung sind, bieten sie den Winzern einen wesentlichen Handlungsspielraum, um die Qualität der Weine zu erhalten und gleichzeitig ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern. Für die Verbraucher stellen sie eine Entdeckungsmöglichkeit dar: die Entdeckung neuer Ausdrucksformen des Terroirs, die der Welt von morgen angepasst sind.

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